Logo Digital ist Besser Digital ist Besser

Eine Veranstaltungsreihe der:
  • Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e. V.
  • Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt
  • Evangelische Akademie Thüringen
  • Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.
Bild mit Kindern und Zeichenrobotern und dem Buchtitel "Das Maker-Buch für Kita und Grundschule" von Juliane Jammer und Kristin Narr

Bericht

Tools für die digitale Bildung mit Kindern

Wer eine Taschenlampe bauen kann, hat auch verstanden, wie sie funktioniert. Durch so genanntes „Making“, dem Prozess des Herstellens von Dingen, begreifen Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene insbesondere ihre zunehmend digitalisierte Welt sehr gut, so die These von Kristin Narr und Juliana Jammer. „Das Maker-Buch für Kita und Grundschule“ zeigt unterschiedlichste Methoden, Tools und Zugänge dafür. Mit dem Fokus auf Kita- und Grundschulkinder werden Konzepte zum experimentellen und sinnlichen Lernen elektrischer und digitaler Zusammenhänge für eine Altersgruppe präsentiert, die sonst oft vernachlässigt wird.

Mit dem „Makey Makey“ beweisen die Kinder in einem Stehkreis, ihre elektrische Leitfähigkeit. Aus einem einfachen Stromkreis mit Motor wird in wenigen Schritten ein Malroboter. Viele weitere solche Einheiten finden sich im Handbuch. Dabei beschreiben die Autorinnen zu jeder Einheit die Altersgruppe, die ungefähre Dauer, Lernziele sowie die detaillierten Arbeitsschritte (in Fotos) und benötigte Materialien. Bei letzteren scheinen sie Wert darauf gelegt zu haben, dass sie zu relativ geringen Preisen erhältlich sind. Lediglich in den letzten beiden Kapiteln bauen sie darauf, dass ein 3D-Drucker oder Lasercuter zugänglich ist. Mit Hilfe einer Zwischenüberschrift empfehlen sie hierfür einen „Besuch im Makerspace“, wenn die Einrichtung die Geräte nicht kaufen will. Makerspaces gibt es allerdings bisher vor allem in größeren Städten. Für den ländlichen Raum müsste sich dafür eine entsprechende Kultur des Teilens und gemeinsamen Nutzens von Geräten erst noch etablieren.

Die Übungen machen Lust darauf, sie auszuprobieren. Außerdem wurden sie alle ins Englische übersetzt und können deshalb auch von interkulturellen Gruppen genutzt werden.

Vermisst habe ich nur eine Kleinigkeit: das sinnliche Obst-Gemüse-Klavier. Meinen Kindern hat es immer sehr viel Spaß gemacht, mit Hilfe eines „Makey Makey“ auf Bananen, Gurken, Karotten & Co Musik zu machen. Außerdem muss man unbedingt darauf hinweisen, dass das Buch auch wunderbar für die non-formale Bildung in Kindergruppen außerhalb von Kita und Schule geeignet ist. Ansonsten fällt mir beim Durchblättern schon die eine oder andere Idee ein, wie ich die vorgeschlagenen Lerneinheiten ändern oder weiterentwickeln würde, oder welche anderen digitalen Werkzeuge ich ins Making gern noch einbinden würde. Der zweite Teil oder eine offene Plattform, in der viele ihren Ideen einbringen können, kann getrost kommen.

Jammer, Juliane / Narr, Kristin: Das Maker-Buch für Kita und Grundschule. Kinderleichte Fotoanleitungen zum kreativen Basteln, Tüfteln und Selbermachen, Verlag Bananenblau 2018.

makerbuch.jpg



print

Gefördert durch:

Die Veranstaltungsreihe findet im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung/ Regionalgruppe OST statt und wird im Rahmen des KJP vom BMFSFJ gefördert.

 

Kooperationspartner

Das Projekt "MineHandy" wurde im Rahmen der Handyaktion NRW und in Kooperation mit dem Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene und dem Amt für Jugendarbeit der Ev. Kirche von Westfalen durchgeführt.